130 Schülerinnen und Schüler setzen sich praxisnah mit Sicherheit im Straßenverkehr auseinander
Wie fühlt es sich an, kopfüber in einem überschlagenen Auto zu hängen? Warum werden Radfahrerinnen und Radfahrer im toten Winkel eines Lkw oft übersehen? Und wie reagiere ich richtig, wenn ich als Erste oder Erster an einem Unfallort eintreffe? Antworten auf diese Fragen erhielten rund 130 Schülerinnen und Schüler der Berufseinstiegsschule beim zweiten Fachtag Verkehrsprävention an der BBS II Delmenhorst.
Gemeinsam mit der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, der Feuerwehr Delmenhorst, dem Deutschen Roten Kreuz, der Fahrschule Janssen Drive sowie dem Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr hatte die Schule ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das Theorie und Praxis miteinander verband.
Nach der Begrüßung durch Schulleiter Ulrich Droste informierte Torsten Blume von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst zunächst über ihre Arbeit und ihre Aufgaben bei Verkehrsunfällen. Marcus von Weyhe erzählte über die Arbeit der Feuerwehr und Maren Wagner erläuterte, wann ein Rettungswagen gerufen werden soll und wann man zum Hausarzt gehen sollte. Anschließend durchliefen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen sieben Stationen, an denen sie verschiedene Aspekte der Verkehrssicherheit unmittelbar erleben konnten.
Ein besonderes Interesse weckte die Station „Toter Winkel“. Hier konnten die Jugendlichen selbst auf dem Fahrersitz eines großen LKWs Platz nehmen und erleben, wie eingeschränkt die Sicht trotz moderner Spiegeltechnik sein kann. Viele waren überrascht, wie schnell Personen oder Fahrräder neben dem Fahrzeug aus dem Blickfeld verschwinden. Die praktische Demonstration machte deutlich, warum gerade an Kreuzungen und Einmündungen besondere Vorsicht geboten ist.
An der Station des Deutschen Roten Kreuzes stand die Erste Hilfe im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler übten lebensrettende Sofortmaßnahmen und erhielten Einblicke in die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Darüber hinaus wurde gezeigt, wie eine Unfallstelle abgesichert wird und welche Ausrüstung sich im Verbandskasten eines Fahrzeugs befindet. Für viele Teilnehmende war dies die erste Gelegenheit, lebensrettende Maßnahmen selbst auszuprobieren.
Wie wichtig gute Sichtbarkeit im Straßenverkehr ist, erfuhren die Jugendlichen an einer weiteren Station der Polizei. Mithilfe verschiedener Materialien und praktischer Beispiele wurde verdeutlicht, wie stark sich helle Kleidung, Reflektoren und funktionierende Fahrradbeleuchtung auf die Wahrnehmung durch andere Verkehrsteilnehmer auswirken. Besonders eindrucksvoll war der Vergleich zwischen dunkler Alltagskleidung und reflektierenden Materialien bei schlechten Lichtverhältnissen.
Großes Interesse fanden auch die Verkehrsregeln für Fahrrad- und E-Scooter-Fahrer. Gemeinsam mit den Verkehrssicherheitsberatern der Polizei wurden typische Alltagssituationen besprochen. Dabei ging es unter anderem um Vorfahrtsregeln, Verkehrszeichen, die Nutzung von Radwegen sowie die Frage, welche Regeln für E-Scooter gelten. Viele Schülerinnen und Schüler konnten dabei ihr Wissen überprüfen und bestehende Unsicherheiten klären.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Auswirkungen von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Mithilfe eines Fahrsimulators und verschiedener Reaktions- und Koordinationsübungen erfuhren die Teilnehmenden, wie stark die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit durch berauschende Mittel eingeschränkt wird. Die praktischen Übungen machten deutlich, dass bereits geringe Beeinträchtigungen schwerwiegende Folgen haben können.
Besonders mutige Schülerinnen und Schüler wagten sich in den Überschlagssimulator der Polizei. Dort konnten sie erleben, wie sich ein Fahrzeug nach einem Unfall anfühlt und welche Herausforderungen beim Verlassen eines auf dem Dach liegenden Autos entstehen. Die Erfahrung verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung des Sicherheitsgurtes und eines besonnenen Verhaltens nach einem Unfall.
Mit einem zunehmend wichtigen gesellschaftlichen Thema beschäftigte sich die Station der Feuerwehr Delmenhorst. Unter dem Titel „Gaffer“ wurde diskutiert, welche Folgen das Fotografieren und Filmen von Unfallopfern haben kann. Die Jugendlichen setzten sich dabei mit den rechtlichen Konsequenzen, aber vor allem auch mit den menschlichen Auswirkungen für Betroffene auseinander. Viele zeigten sich betroffen von den geschilderten Beispielen und beteiligten sich engagiert an den Gesprächen.
„Verkehrsprävention muss lebensnah sein. Die Schülerinnen und Schüler sollen Gefahren nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern selbst erleben und verstehen“, erklärte Teamleiter Markus Weise. „Gerade die praktischen Übungen und Begegnungen mit den Expertinnen und Experten sorgen dafür, dass die Inhalte nachhaltig im Gedächtnis bleiben.“
Auch Schulleiter Ulrich Droste zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Tages: „Der Fachtag hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten ist. Unsere Schülerinnen und Schüler haben wichtige Erfahrungen gesammelt, die sie nicht nur auf ihrem Schulweg, sondern im gesamten Alltag begleiten werden. Verkehrssicherheit ist ein Thema, das jeden betrifft.“









































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