Delmenhorst/Stuttgart. Großer Erfolg für die Technikerschule der BBS II Delmenhorst: Die Absolventen Sarina Fuchs und Nils Jonas Müller haben beim internationalen Wettbewerb „Engineering Newcomer 2026“ den ersten Platz belegt. Mit ihrer innovativen Projektarbeit setzten sie sich gegen mehr als 100 Teilnehmer durch und wurden auf der internationalen Fachmesse AMB in Stuttgart von dem Unternehmen norelem mit dem ersten Platz und einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgezeichnet. Der Wettbewerb „Engineering Newcomer“ wird seit 2014 unter anderem von der Firma norelem ausgerichtet und bietet Nachwuchstalenten von Hochschulen, Universitäten und Technikerschulen die Möglichkeit, ihre technischen Entwicklungen einem internationalen Publikum zu präsentieren. Gefragt sind dabei nicht nur kreative Ideen, sondern vor allem praxisnahe Lösungen für konkrete Herausforderungen aus der Industrie.
Zwei Fachrichtungen, ein gemeinsames Projekt
Das Besondere an der erfolgreichen Projektarbeit aus Delmenhorst: Die beiden Absolventen vereinten ihr Wissen aus unterschiedlichen technischen Fachrichtungen. Während Sarina Fuchs die Technikerschule in der Fachrichtung Maschinentechnik absolvierte, schloss Nils Jonas Müller seine Weiterbildung in der Fachrichtung Elektrotechnik ab. Gemeinsam entwickelten sie für die GESTRA AG eine automatisierte Montagevorrichtung für Regler von Bimetall-Kondensatableitern. Dabei kombinierten sie die mechanische Konstruktion mit elektrotechnischen Komponenten und der erforderlichen Automatisierungstechnik.
Die Vorrichtung übernimmt mehrere Arbeitsschritte, die für eine präzise Montage erforderlich sind: Sie positioniert den Regler, ermöglicht dessen Höhenverstellung und -messung und verschraubt anschließend automatisiert eine Düsennadel. Die Entwicklung soll dazu beitragen, industrielle Fertigungsprozesse effizienter und präziser zu gestalten. Eine besondere Herausforderung stellte dabei eine zentrale Anforderung des Wettbewerbs dar: Die Konstruktion sollte unter Verwendung von Standardteilen realisiert werden. Statt auf aufwendig gefertigte Sonderbauteile zu setzen, galt es, eine technisch anspruchsvolle Lösung mit handelsüblichen Komponenten zu entwickeln. Damit standen neben der Funktionalität auch die praktische Umsetzbarkeit und die wirtschaftliche Konstruktion im Mittelpunkt. Mit ihrem fachübergreifenden Ansatz zeigten Fuchs und Müller, wie sich unterschiedliche technische Disziplinen sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Gegen internationale Konkurrenz durchgesetzt
Mit ihrem Projekt schafften es die beiden Delmenhorster unter mehr als 100 Teilnehmern bis ins Finale. Dort traten sie gegen zwei weitere innovative Entwicklungen an: einen Gieß-Roboter aus Nürnberg und eine Knopf-Pressmaschine aus München. Am Ende überzeugte die Delmenhorster Konstruktion die Jury und sicherte sich den ersten Platz. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der internationalen Fachmesse AMB in Stuttgart durch norelem verliehen. Bei der Preisverleihung waren auch die Lehrkräfte WIlli Hövermann und Lena Vogelpohl dabei. Sie hatten die Projektarbeit begleitet und konnten den Erfolg ihrer ehemaligen Schüler vor Ort miterleben.
Besonders die enge Zusammenarbeit zwischen Technikerschule und Unternehmen sieht Hövermann als entscheidenden Aspekt des Erfolgs. „Das einzige Projekt, welches die Verknüpfung zwischen Ausbildung und Industrie hat, hat sich durchgesetzt“, betont er. Auch die fachübergreifende Zusammenarbeit der beiden Absolventen hebt Hövermann hervor: „Besonders beeindruckend ist, wie Sarina und Nils ihre unterschiedlichen Fachrichtungen miteinander verbunden haben. Sie haben gezeigt, dass aus der Zusammenarbeit von Maschinentechnik und Elektrotechnik eine innovative Lösung entstehen kann, die auch in der industriellen Praxis überzeugt.“ Die Entwicklung zeigt, wie sich theoretisches Fachwissen aus der Weiterbildung unmittelbar in konkrete technische Lösungen für die betriebliche Praxis übertragen lässt. Gleichzeitig verdeutlicht die Zusammenarbeit der beiden Absolventen, welchen Mehrwert die Verbindung von Maschinentechnik und Elektrotechnik bei der Entwicklung automatisierter Fertigungsanlagen bietet.
Internationaler Erfolg für den Ausbildungsstandort Delmenhorst
Auch die Teamleiterin der Technikerschule, Lena Vogelpohl, sieht in der Auszeichnung eine Bestätigung für die Qualität der Weiterbildung in Delmenhorst. „Qualitative Ausbildung am Standort Delmenhorst kann sich mit internationalen Projekten messen“, erklärt sie.
Für die BBS II ist der Wettbewerbserfolg ein besonderer Anlass zur Freude. Dass sich zwei Absolventen der Technikerschule mit ihrer gemeinsamen Projektarbeit gegen internationale Konkurrenz durchsetzen konnten, unterstreicht die Bedeutung einer praxisorientierten und fachübergreifenden technischen Weiterbildung. „Der erste Platz ist eine großartige Anerkennung für die Leistung unserer beiden Absolventen. Dass sie sich mit ihrer Entwicklung gegen internationale Konkurrenz durchsetzen konnten, macht uns besonders stolz und zeigt, welches Potenzial in der technischen Weiterbildung am Standort Delmenhorst steckt“, betont Vogelpohl. Die Schule gratuliert Sarina Fuchs und Nils Jonas Müller zu ihrer Auszeichnung und würdigt insbesondere ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre technische Kompetenz.
Mit dem ersten Platz beim Engineering Newcomer 2026 haben die beiden Absolventen nicht nur ihre eigene Entwicklungsarbeit erfolgreich abgeschlossen, sondern auch gezeigt, dass anspruchsvolle technische Innovationen aus Delmenhorst international Anerkennung finden können.










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