Wer war Kerschensteiner?

Georg Kerschensteiner – der Reformpädagoge

WM. Georg Kerschensteiner wurde am 29. Juli 1854 in München geboren. An der Technischen Hochschule München sowie an der Ludwig-Maximilian-Universität studierte er Mathematik und Physik.

Er wurde zunächst Volksschullehrer. Später unterrichtete er an verschiedenen Gymnasien. Ab 1885 war er Mathematiklehrer an der Handelsschule. Zum Schulrat der Stadt München wurde er 1895 gewählt. In dieser Zeit konnte er verschiedene Schulen reformieren. 1918 wurde ihm die Ehrendoktorwürde an der TU München verliehen und lehrte fortan als Honorarprofessor „Pädagogik“. Von 1912 bis 1919 war er Mitglied des Deutschen Reichstages für die „Fortschrittliche Volkspartei“.

Kerschensteiner war zu seiner Zeit einer der führenden Schulreformer und Schulorganisator in Deutschland. Er gilt als bedeutendster „Vorkämpfer“ der Arbeitsschule und Reformpädagoge. In Deutschland war Kerschensteiner der praktische und theoretische Begründer der „modernen“ Berufsschule. (1908 wurden Berufsschulen im Großherzogtum Oldenburg und 1911 in Preußen durch Gesetze eingerichtet. Einige Berufe hatten Ende des 19. Jahrhunderts ihre eigenen Lehrwerkstätten. Das „Duale Ausbildungssystem“ wurde 1897 eingeführt.)

Georg Kerschensteiner förderte die soziale und staatsbürgerliche Erziehung, die Kunsterziehung und den naturwissenschaftlichen Unterricht. Zudem war er ein Verfechter eines einheitlichen gegenwartsbezogenen deutschen Schulsystems. Seine Ideen schrieb er schon 1901 in „Die staatsbürgerliche Erziehung der deutschen Jugend“ nieder. Diese Grundgedanken waren preisgekrönt. Am 15. Januar 1932 verstarb Georg Kerschensteiner mit 77 Jahren in München.

Seine Gedanken sind Erinnerung und Mahnung:

  • Selbststätiges Erarbeiten, eigene Erfahrung und eigenes Denken an der Sache
  • Lernen durch praktisches Tun, nicht durch Auswendiglernen
  • Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft
  • Lernen in der Gemeinschaft
  • „Learning by doing“
  • Charakterbildung

Unsere BBS II Delmenhorst führen als verbindenden Zusatz den Namen „Kerschensteiner-Schule“.